Der Kieler Bootshafen
Der Kieler Bootshafen besteht bereits seit Jahrhunderten an einem Ausläufer der Kieler Förde. Er wurde damals als Hafen und Anlegestelle für Boote und Schiffe in unterschiedlicher Größe genutzt, verlor aber im 19. und 20. Jahrhundert aufgrund von Straßenbauarbeiten an der Förde mehr und mehr an Bedeutung. Seit 1982 ist er durch die Kaianlagen des Schwedenkais vom Kieler Hafen abgetrennt. Er wurde nicht mehr genutzt. Das Oberflächenwasser der umliegenden Straßen wurde in den Bootshafen geleitet. Dies führte zu gewässerbiologischen Problemen, Faulgase entwichen und sorgten für unangenehme Gerüche. Der Bootshafen verfiel mehr und mehr. Im Jahre 2002 wurde im Rahmen eines Entwicklungskonzepts für die Kieler Altstadt eine Neugestaltung des Bootshafens beschlossen.
Die Uferkanten des Bootshafens wurden durch Treppen und Böschungen abgeflacht, eine Stahlbetonplatte wurde zum Schutz der Pfähle errichtet, eine Promenade wurde geschaffen. Aufgrund der sehr schlechten Wasserqualität gab es im Bootshafen nahezu kein Leben mehr. Um die Wasserqualität zu verbessern, wurde eine Tiefenwasser-Belüftungsanlage gebaut.
Das Wasser wird dadurch umgewälzt und belüftet. Inzwischen leben im Bootshafen wieder Fische und andere Meerestiere.
Während des Umbaus des Bootshafens entstand eine neue Straße, von dort führen Stufen zum Wasser. Unterhalb der Promenade befindet sich eine kleine Aktionsfläche. Die Seiten des Bootshafens wurden mit Granitpflaster neu gestaltet, Bäume wurden angepflanzt. In einige Granitstufen wurde eine Beleuchtung installiert. Ein 10 x 10 m großer Stahlponton vor der Treppenanlage kann als Bühne oder als Freianlage für die angrenzende Gastronomie genutzt werden.
Der Bootshafen hat nun nicht mehr seine ursprüngliche Funktion, gliedert sich jedoch harmonisch in die Kieler Altstadt ein und kann im Sommer zum Verweilen genutzt werden.
