Kiel

Die Howaldtswerke – Deutsche Werft

Die Howaldtswerke – Deutsche Werft (HDW) in Kiel ist die größte Werft in Deutschland. Sie entstand 1968 aus einem Zusammenschluss der Howaldtswerke Hamburg, der Kieler Howaldtswerke und der Deutschen Werft AG. Im Januar 2005 fusionierte die Kieler Werft HDW mit den Thyssen-Krupp-Werften und gehört nun zu den ThyssenKrupp Marine Systems.

Die Howaldtswerke wurden bereits 1838 als Maschinenbauunternehmen gegründet und waren vorrangig mit der Produktion von Dampfmaschinen für Schiffe beschäftigt. Das erste deutsche U-Boot Brandtaucher wurde dort 1850 gefertigt. Um die Jahrhundertwende erfolgte der Zusammenschluss mit der Kieler Schiffswerft. Im Ersten Weltkrieg verlor die Werft an Bedeutung und stand kurz vor dem Ruin, wurde jedoch von Heinrich Diederichsen, einem Kieler Kaufmann und Reeder, der die Aktienmehrheit erwarb, weiterbetrieben. Vor und während des Zweiten Weltkrieges diente die Werft als Kriegsmarinewerft. Zahlreiche U-Boote wurden während dieser Zeit gefertigt.

Die Werft verfügt heute über Tochtergesellschaften in Schweden und Griechenland und beschäftigt insgesamt etwa 6.600 Mitarbeiter. In Kiel sind 2.400 Mitarbeiter beschäftigt. Die HDW-Werft ist auf die Fertigung von U-Booten spezialisiert und nimmt mit einer modernen Wasserstofftechnik eine führende Rolle im konventionellen U-Boot-Bau ein.

Ziel der Werft HDW ist es, für die U-Boote die Tauchzeiten zu verlängern. Daher wird ständig an neuer Technik gearbeitet. Es wurden Antriebssysteme entwickelt, die unabhängig von der Außenluft sind. Der Brennstoffzellenantrieb ist so ein System. Es kommt nicht nur bei den neu gebauten U-Booten zum Einsatz, es kann auch nachgerüstet werden bei U-Booten, die bereits im Dienst stehen. U-Boote, die mit dieser Technik ausgerüstet sind, werden nicht so schnell geortet. Inzwischen ist HDW mit der Erprobung der Lithium-Ionen-Technologie beschäftigt, die künftig in U-Booten angewendet werden soll.

Bekannte Schiffe, die von HDW in Kiel gebaut wurden, sind der 1953 gebaute Öltanker Tina Onassis, der Atom-Frachter Otto Hahn von 1968, das Polarforschungsschiff Polarstern von 1982, die MS Deutschland von 1998, die durch die Serie „Das Traumschiff“ bekannt wurde, sowie die 2004 gebaute U31, das modernste Brennstoffzellen-U-Boot der Welt.